Bei der Landesarbeitstagung am 7. Juni 2018 im Novotel Hotel in München-Riem begrüßte der Landesvorsitzende Andreas Hiel mehr als 270 interessierte Kassenverwalter und Kassenverwalterinnen aus ganz Bayern sowie 24 Aussteller. Das Leitthema „Geldanlagen ohne Sicherung – was nun?“ sowie die Workshops stießen auf großes Interesse, was die hohe Teilnehmerzahl widerspiegelte. Die Anreise aus allen Bereichen Bayerns wurde als unkompliziert wahrgenommen, da der Tagungsort in München-Riem optimal an die Autobahn- und den öffentlichen Nahverkehr angegliedert ist.

Landesvorsitzender Andreas Hiel bei seiner Eröffnungsrede

Für den Bundesverband war der Vorsitzende Dietmar Liese aus Potsdam angereist, weiterhin waren Vertreter aus den Landesverbänden Brandenburg (Ines Labes), Hessen (Rainer Lohse), sowie der Schriftleiterin der Kommunal-Kassen-Zeitschrift Frau Karola Singer bei der Tagung zugegen.

Herr Dietmar Güntner als Leiter des Kassen- und Steueramtes der Stadt München sprach Grußworte im Namen des verhinderten Oberbürgermeisters. Er spannte interessant und humorvoll den Bogen beginnend mit der ersten Rechnungslegung bis hin zur elektronischen Rechnung. Hierbei wurde deutlich welche Aufgaben und Herausforderungen die Kasse zu bewältigen hat, um zukunftsfähig zu bleiben. Er nannte Zahlen, Daten und Fakten der Stadt München, die mit ihrer Größe natürlich bei weitem alle anderen bayerischen Kommunen übersteigen. Herr Güntner erwähnte allerdings auch, dass sich die Arbeit von kleineren Kommunen auch nicht unterscheidet – nur mit vielen Nullen mehr.

Im Anschluss dankte der Bundesvorsitzende Dietmar Liese den Landesverband Bayern für die geleistete Arbeit und die Ausrichtung der Landesarbeitstagung 2018. Er stellte Themen aus dem „Zukunftskonvent“ vor, welche in verschiedenen Arbeitskreisen durch den Bundesvorstand initiiert wurden. Es geht darum, den Verband zukunftsorientiert aufzustellen und Themen anzugehen, die für alle Kassenverwalter in ganz Deutschland wichtig sind. Er bat, die gute Arbeit des Landesverbandes Bayern fortzusetzen und warb auch um Unterstützung und Mitwirkung von weiteren interessierten Mitgliedern.

Albert Füracker, Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat

Als Referent des Leitthemas „Geldanlagen ohne Sicherung – was nun?“ konnte Herr Albert Füracker als Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat gewonnen werden. Er beschrieb mit großem Sachverstand und auf charmante Art die Ursache der derzeitigen Niedrigzinspolitik der Europäischen Union, erklärte hierbei, dass er somit eigentlich auch die gleichen Probleme habe wie die Kommunalkassenverwalter. Als oberster „Chef“ aller Kassenverwalter erklärte auch er, dass er nicht verantworten könne, dass von kommunalen Kassen risikoreiche Geldanlagen getätigt würden. Als „Verwalter des Geldes für die Bürger“ empfiehlt er, lieber zukunftsweisende Investitionen zu tätigen, anstatt alle Gelder mit Negativzinsen bei den Banken anzulegen. Er konnte somit in seiner interessanten Rede keine Probleme lösen, aber um Verständnis für die aktuelle Situation werben.

Als nächster Punkt stand die Mitgliederversammlung auf der Tagesordnung, in der der Landesvorsitzende Andreas Hiel Tagesordnungspunkt 1 und 2, den Geschäftsbericht der Landesgeschäftsführerin Heidi Kastenmayer und den eigenen Bericht zusammen vortrug. Gleichzeitig bedankte er sich für die rege Teilnahme an den Seminaren und den Regionaltagungen im Jahr zuvor. Einer seiner Hauptthemen war ebenfalls die Ausrichtung des Verbandes. Nach dem Motto „die Gegenwart gestalten, für die Zukunft denken“.

Andreas Hiel selbst ist im Zukunftskonvent des Bundesverbandes maßgeblich involviert. Ohne eine Umstrukturierung des Verbandes, ohne eine Anpassung und Änderung der Verbandssatzung sowie einer möglichen Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wird die Neuausrichtung nicht möglich sein. Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist und bleibt jedoch die fachliche Beratung und Weiterbildung der Mitglieder.

Die Landesschatzmeisterin Sabine Funk erörterte die wirtschaftliche Lage des Verbandes detailliert, so dass keinerlei weitere Fragen aus dem Plenum notwendig waren. Im Anschluss erfolgte der Bericht der Kassenprüfer Andrea Buga und Michael Wagner zu den Jahresabschlüssen 2016/2017, welche ohne Beanstandung geprüft wurden.

Die Mitglieder des Verbandes entlasteten daraufhin den Vorstand für die Geschäftsjahre 2016 und 2017.

Die wiedergewählte Geschäftsführerin Heidi Kastenmayer, die neu gewählte stell. Landesvorsitzende Judith Stegmann mit Andreas Hiel

Die Position des stellvertretenden Landesvorsitzenden war nach dem freudigen Ereignis von Frau Michaela Hartinger vakant, so dass sich die bisherige Beisitzerin Judith Stegmann vom Landkreis Aschaffenburg zur Wahl stellte. Sie und die bisherige Landesgeschäftsführerin Heidi Kastenmayer wurden einstimmig von den Mitgliedern für vier Jahre gewählt. Wir gratulieren beiden zur Wahl und freuen uns sehr darüber, dass Michaela Hartinger weiterhin dem Landesvorstand als Beisitzerin angehören wird.

Die Teilnehmer hatten nun bis zur Mittagspause Gelegenheit, die Fachausstellung zu besuchen.

Am Nachmittag zogen sich die Kolleginnen und Kollegen in vier Workshops und Foren zurück, um Spezialthemen aus verschiedenen Bereichen intensiv zu erörtern und zu diskutieren.

Folgende Themen wurden für die Tagung ausgewählt:

Grundbuch und Vollstreckung, Referent Rainer Goldbach
In diesem Workshop wurden zielführende Informationen für das Lesen des Grundbuchs für die kommunale Vollstreckungspraxis weitergegeben. Der Grundbuchaufbau wurde vermittelt und die Bedeutung der Einträge in den jeweiligen Abteilungen erklärt.

Der Workshop Niederschlagung und Erlass in der Praxis bei Harald Jordan kam bei den Teilnehmer gut an

Niederschlagung und Erlass in der Praxis, Referent Harald Jordan
Hier wurden die unterschiedlichen Voraussetzungen für Niederschlagung und Erlasse dargestellt und an Beispielen erläutert. Dem Gebot der Haushaltsklarheit wird durch diese Instrumente Rechnung getragen, die jedoch unter strengen Voraussetzungen zu prüfen sind.

Kassenverwalter/in als Führungskraft – Wege zu agilen Führung und Teamarbeit, Referentin Monika Sandrock
Die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Kassenmitarbeiter ist maßgeblich für den Erfolg einer effizienten und bürgerfreundlichen Kassenverwaltung. In diesem Workshop wurde ein Einblick in die Kultur ethikorientierter Führung mit den Leitlinien Verantwortung, Vorbild und Verpflichtung.

Umgang mit aggressiven Personen, Referent Werner Pion
Anhand von Beispielen verbaler Gewalt gegenüber Behördenmitarbeitern wurden verhaltensorientierte Empfehlungen zur Deeskalation  und praktische Tipps zur Sicherheit von Behördenmitarbeiter gegeben.

Zusammenfassend war die Landesarbeitstagung 2018 rund um ein voller Erfolg. Wir freuen uns, Sie nächstes Jahr wieder bei den Regionaltagungen 2019 begrüßen zu dürfen.

Bericht zur Landesarbeitstagung 2018